Die Winter-Werk-Wochen

die Winterwochen in Portugal waren in vielfacher Hinsicht ein großer Erfolg. 26 Menschen haben an drei Workshops teilgenommen, die in einer Kombination aus praktischer Arbeit, Grundlagenvermittlung der Permakultur-Prinzipien und Gemeinschaftserfahrung ein volles Programm boten.

Wir haben gerodet, gepflanzt, Substrate gemischt, Holzkohle hergestellt, um CO2 zu fixieren und die Grundlage für Terra preta zu schaffen, wir haben aufgeräumt, sowohl im Wald als auch zwischen uns, geschwitzt, gelacht, geweint und viel gelernt. Die Sonne war mit uns und der Segen des Regens kam immer pünktlich zum Abschluss der Pflanzarbeiten. Erst Bilder aus diesen untensiven Tagen findet Ihr hier

Bald wird es auch einen Film dazu geben, bitte habt noch etwas Geduld.

Inzwischen haben die Pionierpflanzen des Primärwaldes zumeist ihren Job erledigt und Schatten und Humus für die jetzt folgenden einheimischen Gehölze bereit gestellt. Im weiteren Verlauf werden wir die teilweise invasiven Pflanzen aus dem Bestand entfernen. Neu gepflanzt wurden hauptsächlich Mittelmeer Zypressen als grüne Brandschutzmauer, sowie die portugiesische Schiffseiche, die wahrscheinlich früher einmal die bestimmende Pflanze in dieser Gegend war. Einige schöne Exemplare fanden wir noch an der Straße von Reliquias nach Odemira. Mit ihrem schönen Bogenwuchs fielen sie den massiven Schiffsbauten im Mittelalter zum Opfer. Daneben wurden hunderte Kork und Steineichen vorgekeimt und im Gelände gesetzt. Vor allem die Kinder waren dabei eifrig zugange. Steinlinden, Erdbeerbäume, Casuarinen und einige andere Arten ergänzen den Start dieses sekundären Mischwaldes.

Die Pflanzungen erfolgten fast alle auf einen nach Nordwesten ausgerichteten Hang. Allerdings wurden verschiedene Substratmischungen benutzt, die wir in den nächsten Jahren in Bezug auf Anwuchserfolg und Mengenzuwachs miteinander vergleichen wollen. Am interessantesten für uns ist die Wirkung des selbst hergestellten Terra preta, das wir in unserer Komposttoilette mit Nährstoffen aufladen.

Es gab aber auch neue Fragen. Südlich unseres Platzes wurde während unserer Zeit eine riesige Eukalyptusfläche gerodet. Diese Rodungen werden aus Brandschutzgründen im Winter durchgeführt, wobei die starten Winterregen dann die letzten Humusreste an den Hängen abwaschen. Die Kenntnisse, solche ausgelaugten Flächen wiederzubeleben, wollen wir uns in diesem Sommer aneignen, um im nächsten Winter in die Praxis dazu einzusteigen. Am vielversprechensten sind aus unserer Sicht die Erkenntnisse aus der „agroforestry“, die Holz- und Landwirtschaft miteinander synergetisch verbinden.

Insgesamt gab es in diesem Winter noch zu wenig Regen, erst etwa die Hälfte des normalen Niederschlags. Aber auf der RETUMBANA ist durch das Wassermanagement der vergangenen Jahr genug Feuchtigkeit im Boden, um eine grüne Landschaft zeigen.